Zahl der privaten Zusatzversicherungen steigt stetig an

In den Jahren 2007 bis 2017 wuchs die Anzahl der privaten Zusatzversicherungen in Deutschland von 14,38 Millionen auf 19,58 Millionen Verträge an. Das ist eine durchschnittliche Steigerung von 3,6 Prozent im Jahr. Die vom PKV-Verband zuletzt ermittelte Steigerung war die für das Jahr 2017 mit einer absoluten Zunahme der Zusatzversicherungen von fast einer halben Millionen Stück. Mit einem Plus von 2,34 Prozent ist das ein guter wenn auch unterdurchschnittlicher Wert.

90 Prozent der Deutschen sind in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichert

Die Anzahl der privat Versicherten liegt aktuell bei ca. 8,75 Millionen, die der GKV- Versicherten bei ca. 72,8 Millionen. Von den 90 Prozent der Deutschen, die gesetzlich krankenversichert sind, hat also bei der Anzahl von 19,58 Millionen privaten Zusatzversicherungen nur knapp jeder Vierte eine. Für drei Viertel der GKV-Mitglieder scheint eine Verbesserung der Krankenversicherungsleistungen bis jetzt noch kein Thema zu sein. Eine einzelne Person kann natürlich mehrere Zusatzversicherungsverträge abgeschlossen haben und in einem Versicherungsvertrag können mehrere Personen mitversichert sein, so dass Statistiken wegen unterschiedlicher Begrifflichkeiten und Definitionen manchmal nicht ganz rund sind.

Zahnzusatzversicherungen halten die Deutschen für besonders wichtig

Der Löwenanteil der Zusatzversicherungen steht für den Zahnschutz. In unserem 10-jährigen Betrachtungszeitraum (2007 bis 2017) hat sich die Anzahl der Zahnzusatzversicherungen mit ca. 15,5 Millionen Verträgen fast verdoppelt. Der überproportionale Anstieg bei den Zahntarifen läßt sich mit den Gesetzesänderungen in der GKV und deren Leistungseinschränkungen erklären. Außerdem gehört ein gepflegtes Gebiss mittlerweile zum Lifestyle. Schlechte Zähne sind einfach zu offensichtlich. Volle Tarifleistungen werden aber erst nach vielen Jahren erbracht (Leistungsstaffel).

Wahlleistungen im Krankenhaus und ambulante Zusatztarife sind auch gefragt

Insgesamt gibt es fast 8 Millionen ambulante und 6 Millionen stationäre Zusatzverträge.

Man könnte bei der stationären Zusatzversicherung schon fast von einem Tarifklassiker sprechen. Privatzimmer und Chefarzt stehen seit eh und je für einen gewissen Luxus. Wer richtig krank ist, der liegt auch im Krankenhaus und dann bitte auch als Privatpatient. Dabei liegt die durchschnittliche Verweildauer der Krankenhauspatienten bei lediglich 7,3 Tagen. Für die Kosten einer Krankenhauswahlleistung gibt es eine Bemessungsgrundlage, die als Empfehlung von der Deutschen Krankenhausgesellschaft in Verbindung mit dem Verband der Privaten Krankenversicherung herausgegeben wird. Demnach setzen sich die Zimmerkosten pro Tag aus dem Basispreis und den Komfortzuschlägen zusammen. Der Basispreis für ein Einbettzimmer beträgt 80 Prozent der Bezugsgröße (fiktiver Standardbehandlungsfall) des Krankenhauses. Verglichen damit liegt der Basispreis im Zweibettzimmer lediglich bei 30 Prozent. Ein Einzelzimmer mit Extraausstattung, wie eigenes Bad, Balkon und persönlicher Service, kann schnell zusätzliche 200 Euro pro Tag kosten. Bei einem durchschnittlichen Krankenhausaufenthalt von 7,3 Tagen kommen also über 1400 Euro zusammen. Wer häufiger ins Krankenhaus muss und eine private „Hotelatmosphäre“ voraussetzt, ist mit einer stationären privaten Zusatzversicherung bestens aufgestellt.

Bei den ambulanten Zusatzversicherungen geht die Absicherung von regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen über Schutzimpfungen und gesetzliche Zuzahlungen bis hin zu einer Erstattung sämtlicher Kosten im ambulanten Bereich, die über die Erstattungsfähigkeit der gesetzlichen Krankenversicherung hinausgehen. Mittlerweile werden ambulante Tarife angeboten, die sogar eine finanzielle zusätzliche Unterstützung in Form von Barauszahlung bei einer besonders schweren Krankheit ermöglichen. Eine vollumfängliche ambulante Zusatzversicherung ist recht teuer, da der ambulante Gang zum Arzt natürlich am häufigsten vorkommt. Lohnenswert ist sie allemal. Denn der wichtigste Leistungsvorteil bei diesen ambulanten Zusatzversicherungen ist der Zugriff auf alle Medikamente, die in Deutschland zugelassen sind. Bei den gesetzlichen Krankenkassen ist man da grundsätzlich im Standardbereich unterwegs. Bei einer schweren Erkrankung kann ein besonders spezielles und meistens unglaublich teures Medikament über Leben und Tod entscheiden.

Fazit

Zusatzversicherungen kosten Geld, sind aber auch wichtig (privater stationärer Aufenthalt). Häufig muss man sie als Ansparvertrag für spätere Versicherungsleistungen sehen (Zahnzusatztarif), weil man beispielsweise nach einigen Jahren ungefähr soviel Zahnzusatzleistung bekommt, wie man letztendlich einbezahlt hat. Dagegen kann der recht teure ambulante Zusatz vom ersten Tag an einen lebenswichtigen Gesundheitsschutz bieten.

 

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