Vergleichsportale zur privaten Krankenversicherung (PKV)

Vergleichsportale zur privaten Krankenversicherung (PKV)

Fast die Hälfte der Nutzer eines Verbraucherportals halten Vergleichsportale für unabhängig. Wer eine Beratung zur privaten Krankenversicherung (PKV) online sucht, stolpert automatisch über PKV-Vergleichsportale und PKV-Online-Rechner. Wer kennt sie nicht, die Vergleichsportale, die uns das Leben einfacher machen sollen. Ob Energie, Reisen, Telefon oder private Versicherungen, im Vergleichsportal kann man scheinbar alles finden und bemessen. Mit ein paar wenigen Klicks lässt sich eine gute Marktübersicht verschaffen. Manchmal gibt es sogar einen Wechselgutschein oder einen Bonus, wenn der Verbraucher sein herausgefiltertes Angebot gleich über das Portal kauft oder abschließt.

15 Millionen Deutsche Kunden nutzen die Portale Check24, 8 Millionen Verivox, die beiden größten der Branche in Deutschland. Laut Meinungsforschungsinstitut Forsa sind 48 % der Nutzer davon überzeugt, auf den Vergleichsportalen das preiswerteste und beste Produkt zu finden. Verbraucherschützer sehen das kritischer. Vor allem die VZBV (Verbraucherzentrale Bundesverband) warnt immer wieder vor falschen Versprechungen.

 

Verbraucherportale sind Wirtschaftsunternehmen

Als Nutzer sollte man auf jeden Fall berücksichtigen, dass ein Verbraucherportal natürlich nicht wie z.B. der Bundesverband der Verbraucherzentralen vom Staat finanziert wird, und damit höchste Neutralität und Unabhängigkeit genießt, sondern Einnahmen erwirtschaften muss. Das geschieht mit Hilfe von Provisionszahlungen der aufgelisteten Anbieter bei Abschluss bzw. Kauf der jeweiligen Produkte, sowie durch Werbung und durch den Verkauf von Kundendaten. Check24 beschert das einen Jahresumsatz von über 500 Millionen € im Jahr.

 

Nicht alle Anbieter sind gelistet

Viele Firmen verzichten allerdings auf eine Zusammenarbeit. Das gilt beispielsweise für Versicherungen, die am Versicherungsmarkt schon lange Rang und Namen haben oder diejenigen, denen der Portal-Auftritt schlicht und ergreifend zu teuer ist, wie die HUK Coburg, immerhin Deutschlands größter Kfz-Versicherer. Das führt am Ende dazu, dass wichtige Tarifangebote gar nicht erfasst und berücksichtigt werden. „Wer in einen Supermarkt geht, weiß auch, dass er dort nicht alles kaufen kann“ heißt es bei Check24 dazu.

 

Begriff “Vergleichsportal” besonders schützenswert?

Laut der VZBV wird die Suche nach den passenden Versicherungen durch sogenannte voreingestellte Filter erschwert, die erstmal nur bestimmte Vertragspartner mit einbeziehen. Erst wenn man die Filter zurücksetzt, wird das Angebot breiter. Allerdings gilt: Je komplexer die Aufgabenstellung einer Suche ist, um so größer ist die Gefahr, dass Fehler unterlaufen. Eine vollkommene und vollständige Abfrage über ein Vergleichsportal mit allen relevanten Marktdaten würde die meisten Nutzer überfordern und die Portale wahrscheinlich auch. Wegen fehlender Transparenz fordern die Verbraucherschützer der VZBV vom Gesetzgeber wenigstens einen Begriffsschutz. Wer Provisionen kassiert, dürfte sich dann nicht mehr Vergleichsportal nennen, denn: „Zahlungen, die den Vertrieb lenken, müssen ausgeschlossen werden“, so der VZBV.

 

Bundesfraktion „Die Linke“ kritisiert das Geschäftsmodell der Vergleichsportale

Die Linke geht davon aus, dass mit zunehmender Digitalisierung das Geschäftsmodell der Vergleichsportale weiter zunehmen wird, genauso wie der Zweifel an der vermeintlichen Neutralität, solange die Finanzierung lediglich aus Provisionen und Werbung erfolgt. Nun hat die Bundesfraktion „Die Linke“ an die Bundesregierung eine Anfrage gestellt. Man möchte unter anderem wissen, ob es Mindestanforderungen für online bereitgestellte Vergleichsrechner gibt und ob es ein einheitliches Portal-Label geben wird, das den Stellenwert des Verbraucherschutzes unterstreicht und absichert. Ein Augenmerk will die Linke auf die internen Provisionssätze legen und beruft sich auf eine Studie des Instituts für Finanzdienstleistungen vom Februar 2017. Die Vergleichsportale sollen sich für Positionen im Ranking bezahlen lassen. Dann wären die Ergebnisse unfair.

 

OLG München verschafft Check24 erhebliche Mehrarbeit

Weiterhin möchte die Oppositionspartei wissen, ob die IDD (EU-Vermittlerrichtlinie) verschiedene hohe Ansprüche bezüglich der Dokumentation, Verbraucherinformation und Weiterbildung an persönliche Makler und Online-Vermittler (Portale) stellt und welche Rückschlüsse die Bundesregierung aus dem Urteil im Streit BVK (Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute) vs. Check24 zieht.

In diesem Urteil sieht das OLG München die Befragung und die Beratung der Online-Nutzer auf den Versicherungsvergleichsportalen bezüglich der Anforderungen an das VVG (Versicherungsvertragsgesetz) als nicht gegeben an. Bei den Vergleichsportalen handele es sich eigentlich um Versicherungsmakler. Laut Urteil soll sich in Zukunft Check24 mehr am klassischen offline Markt orientieren und tiefergehende Befragungen und Beratungen des Kunden durchführen, um die Situation der Verbraucher genauer zu erfassen. Laut Aussage der Anwälte von Check24 eine unglaubliche Mehrarbeit für das Portal von insgesamt 11.000 Arbeitsschritten. Die Umsetzung des Urteils durch das Verbraucherportal bleibt abzuwarten. Das OLG lässt übrigens keine Revision vor dem BGH zu.

 

Alternative zum Vergleichsportal

Die hc consulting AG ist ein klassischer und gleichzeitig digitaler Versicherungsmakler. Unsere persönliche Beratung ist unabhängig und professionell. Wir arbeiten für Sie zu 100 % kostenlos. Wir haben keine angelernten Call-Center-Mitarbeiter. Unsere Mitarbeiter haben mindestens 10 Jahre PKV-Erfahrung und stimmen Ihre Beratung genau auf Ihre Bedürfnisse ab.

 

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