Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenkasse (GKV), die nach dem Umlage- bzw. Generationenprinzip kalkuliert wird, bildet die private Krankenversicherung (PKV) sogenannte Alters- oder Alterungsrückstellungen. Eine wie in Deutschland ständig älter werdende Bevölkerung verursacht schon alleine durch das Älterwerden in der Zukunft höhere Kosten im Gesundheitswesen. Ein 30-jähriger kostet im Schnitt eben weniger als ein 60-jähriger. Diese Kosten der Älteren werden, vergleichbar zur gesetzlichen Rentenversicherung, von den jungen GKV-Versicherten bezahlt. Da die deutsche Überalterung der Bevölkerung noch nicht richtig „durchgeschlagen“ ist, wird sich dieser Teil der Kosten im Gesundheitswesen der GKV-Versicherten auch erst in der Zukunft in Form von GKV-Beitragserhöhungen bemerkbar machen.

Die Entwicklung unserer Alterspyramide und die sich daraus ergebenden Kosten im Gesundheitswesen lassen sich relativ leicht berechnen und somit vorhersagen. Um den Kostenanstieg durch das Älterwerden auszugleichen, zahlen privat Krankenversicherte in jungen Jahren einen höheren Beitrag ein, als sie eigentlich für Krankheitskosten und Verwaltung verbrauchen. Das sind die Altersrückstellungen. Diese werden dann später sukzessive gutgeschrieben. Andersrum ausgedrückt heißt das, gäbe es keinen Kostenanstieg im Gesundheitswesen, würde der Beitrag einer PKV ein Leben lang gleich hoch bleiben. Denn die Alterungsrückstellungen der PKV reichen zur Finanzierung der höheren Kosten des einzelnen Versicherten im Alter zu 100 % aus.

Für alle PKV-Kunden zusammen betragen die Rückstellungen jetzt mehr als 250 Milliarden EURO. Dieser Betrag würde ausreichen, um die gesamten Ausgaben aller PKV-Kunden (also nicht nur die höheren Kosten im Alter) für ganze neun Jahre zu finanzieren. Die GKV hat Rücklagen für gerade einmal 5 Wochen aller Kosten. Und diese Reserve soll jetzt in Form von einer Beitragsreduzierung für GKV-Versicherte von 17 EURO verbraucht werden.

Die Bildung von Altersrückstellungen in der privaten Krankenversicherung ist ein klarer Vorteil gegenüber der gesetzlichen Krankenkasse. Das reicht als Grund zur Entscheidung für die PKV alleine allerdings noch nicht aus. Ob für Sie die GKV oder die PKV die bessere Lösung jetzt und in der Zukunft ist, analysieren wir gemeinsam mit Ihnen anhand Ihrer individuellen Vorgaben.