PKV Beitragsgarantien und Beitragserhöhungen

In den letzten 10 Jahren wurde eine private Krankenversicherung jedes Jahr im Schnitt um 3,0 % teurer. Das ist viel, die Zahl macht aber nur Sinn im Vergleich mit dem direkten Konkurrenten, der gesetzlichen Krankenkasse GKV. Hier erhöhten sich die Beiträge in den letzten 10 Jahren um 3,0 %. Die höheren Versicherungsleistungen und die Altersrückstellungen der PKV sind in den Grundbeiträgen bereits eingepreist, so dass PKV-Beitragserhöhungen nur durch die medizinische Inflation, die Verlängerung der Lebenserwartung und die Höhe der Verzinsung der Altersrückstellungen begründet sind. In der GKV kommen die medizinische Inflation und die demografische Entwicklung bei den Beitragsanpassungen zum Tragen. Unsere Bevölkerung wird immer älter. In der GKV müssen, wie in der gesetzlichen Rentenversicherung, die Jungen für die Alten mit bezahlen. In der PKV spielt das keine Rolle, das Älterwerden des Einzelnen und aller Versicherten zusammen wird durch die Bildung von Altersrückstellungen vollständig ausgeglichen. Diese Tatsache wird sich besonders in den nächsten Jahrzehnten zugunsten der Beiträge der privaten KV auswirken.

Diese Vorsorge für das Alter innerhalb der PKV kann aber auch zum Kostenfaktor bei Beitragserhöhungen werden. Steigt die Lebenserwartung (PKV-Versicherte leben 6 Jahre länger als GKV-Versicherte) und/oder fallen die Zinsen für die Rückstellungen, so muss der PKV-Beitrag angehoben werden. Das gibt es in der GKV nicht. Sparen für später kostet also. Der Sparanteil ist aber grundsätzlich bereits im PKV-Angebotspreis enthalten. Nur die oben genannten Faktoren verändern die Beiträge. Bei der Verzinsung sollte das Tal der Niedrigzinsen durchschritten sein, die weltweit maßgebliche FED erhöht die Zinsen bereits wieder. Die fallenden Zinsen haben in den letzten Jahren großen Einfluss auf die PKV-Beiträge gehabt. Der Unterschied von 0,2 % in den Beitragserhöhungen erscheint also verwunderlich. Unseres Erachtens liegt diese für die PKV positive Entwicklung bereits an den Erträgen aus den Altersrückstellungen. Das sind zur Zeit 250 Milliarden EURO für nur 10 % der Deutschen. Gesetzliche Krankenkassen treffen für die kommende und bereits eintretende Überalterung in unserer Bevölkerung überhaupt keine Vorsorge.

Am Beispiel der AXA PKV in den Jahren 2018 bis 2020 und der Beitragserhöhung der GKV zum 01.01.2019 machen wir das exemplarisch deutlich. Der GKV-Beitrag steigt zum 01.01.2019 von 800 auf 860 EURO, in der AXA bleiben die Beiträge im Zeitraum vom 01.01.2018 bis zum 01.01.2020 in allen Tarifen (EL Bonus U und Vital U) stabil. Diese Betrachtung ist für Versicherte mit höheren Einkommen und für Angestellte über der Beitragsbemessungsgrenze entscheidend. Für Selbstständige mit kleinem oder ohne Gewinne ist oft die GKV die günstigere Versicherungsform. Allerdings können GKV-Beiträge bei steigenden Gewinnen über Jahre zurück nachgefordert werden.

 

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