Wer sich für den Wechsel von der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) in die private Krankenversicherung (PKV) interessiert, der prüft auch die Beitragsentwicklung der beiden Systeme GKV und PKV. Versicherungsleistungen bleiben hier unerwähnt, selbst der einfachste PKV-Tarif ist grundsätzlich „besser“ als die Leistungen einer GKV.

Seit 2012 dürfen nur noch die sogenannten unisex-Tarife angeboten werden. Die Versicherungsbeiträge für Männer und Frauen werden in den modernen unisex-Tarifen in einer Gruppe und somit geschlechtsunabhängig berechnet. Darüber hinaus beinhalten die unisex-Tarife die Mitnahmemöglichkeit der Altersrückstellungen. Altersrückstellungen oder Alterungsrückstellungen werden von jeder privaten Krankenversicherung gebildet und für jeden Versicherten individuell angespart, um die Kostensteigerung durch das Älterwerden der PKV-Kunden auszugleichen. Ein 40-jähriger geht eben seltener als ein 70-jähriger zum Arzt.

Dahinter verbirgt sich die demographische Entwicklung in Deutschland. In der Zukunft werden wir immer mehr ältere und immer weniger junge Menschen haben. Altersrückstellungen sind ein wesentlicher Vorteil in der Beitragskalkulation der PKV im Verhältnis zur GKV. In jungen Jahren wird mehr als nötig in die PKV eingezahlt und damit für das Alter vorgesorgt. Die GKV bildet gar keine Rückstellungen und wird mit diesem Problem und den dadurch steigenden GKV-Beiträgen zu kämpfen haben.

Trotz der Altersrückstellungen wird eine PKV regelmäßig teurer. Die allgemeine Kostensteigerung im Gesundheitswesen kann weder von der PKV noch von der GKV vorausgeplant werden. Unser Gesundheitswesen hat eine besondere Kostendynamik. Will ich mir morgen ein Auto kaufen, dann berechne ich mir meine finanziellen Möglichkeiten und kaufe einen Pkw mehr oder weniger im Rahmen meines Budgets. Komme ich morgen ins Krankenhaus, dann erwarte ich die beste und vielleicht auch teuerste Behandlung.

Dieses Verhalten kennt natürlich auch die Industrie und investiert riesige Summen in die Erforschung neuer Behandlungsmethoden und neuer Medikamente. Alle zukünftigen neuen medizinischen Möglichkeiten sind im Versicherungsvertrag der PKV schon enthalten. So kommt es in der PKV und in der GKV zu höheren Beitragssteigerungen als in allen anderen Wirtschaftsbereichen.

Hier finden Sie eine Aufstellung von PKV-Tarifen mit durchschnittlichen jährlichen Beitragserhöhungen von unter 2,0 % in den Jahren 2012 bis 2018. Weiter unten ist die GKV-PKV- Beitragsentwicklung von 2008 bis 2018 und die Entwicklung der Pflegeversicherungsbeiträge in Grafiken zu sehen. Hier sind auch ältere sogenannte bisex-Tarife berücksichtigt.

 

Allianz: AktiMed Plus 100

Alte Oldenburger: A 106, K 20, K/S, Z 100/80

ARAG: 201, 220, 520

AXA: Vital 600 und 900-U, Komfort Zahn-U

Barmenia: prim x 1

BBKK/UKV: Gesundheit Comfort 1200, Zahn 1

DKV: BMK 0

Gothaer: Medi Comfort

Hallesche: Primo.Bonus Z

Münchener Verein: 728 Excellent, 730 Excellent, 767 Excellent

R+V: Agil comfort 960 U

Signal Iduna: Exklusiv 0

uniVersa: uni-A 1360, uni-ST 1/100, uni-ZA 100

 

 

 

 

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