Neue GKV-Rechengrößen 2019

 

 

 

 

 

 

Jedes Jahr wird die gesetzliche Krankenkasse GKV teurer. In den letzten zehn Jahren im Durchschnitt 3,2 %. 1970 lag der Beitrag bei umgerechnet 50,31 EURO, 2018 kostet die GKV mit Pflegepflichtversicherung 810,00 EURO. Natürlich wird auch eine private Krankenversicherung PKV teurer, hier lag die Teuerungsrate in den letzten 10 Jahren bei 3,0 %. In 2019 steigen die Beitragsbemessungsgrenze und die Versicherungspflichtgrenze wieder an, so ein Verordnungsentwurf des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Es handelt sich also um vorläufige Zahlen, diese werden aber in aller Regel zur Realität. Die Beitragsbemessungsgrenze der Kranken-und Pflegeversicherung klettert von 53.100 EURO auf 54.450 EURO im Jahr. Dann liegt der Beitrag für freiwillig GKV-Versicherte in der KV bei 712,39 EURO und in der Pflegeversicherung bei 138,39 EURO bzw. bei 149,74 EURO für kinderlose GKV-Kunden. GKV und Pflege also zusammen 850,78 oder 862,13 EURO pro Monat. Noch mal zur Erinnerung der Beitrag 1970: 50,31 EURO.

Die gute Nachricht ist die Wiedereinführung der paritätischen Finanzierung in der Krankenversicherung. GKV-Versicherte zahlen wieder „nur“ die Hälfte der Kassenbeiträge und für privat Versicherte steigt der maximale Arbeitgeberzuschuss von 312 auf 356 EURO in der KV und auf maximal 69 EURO Arbeitgeberzuschuss in der privaten Pflegepflichtversicherung. Kunden der privaten Vollversicherung haben so mindestens 44 EURO netto mehr in der Tasche.

Von 59.400 auf 60.750 EURO p.a. steigt die Versicherungspflichtgrenze. Soviel muss man als Angestellter verdienen, um die Option auf eine private Krankenversicherung zu haben. Angestellte mit einem geringeren Einkommen sind in der GKV pflichtversichert und müssen dort auch versichert bleiben, ob sie wollen oder nicht. Bei Selbstständigen und Freiberuflern spielt die Einkommenshöhe bei der Frage „GKV oder PKV“ keine Rolle. Für schlecht verdienende Selbstständige wird ab 2019 der GKV-Mindestbeitrag von etwa 300 EURO pro Monat auf 170 EURO abgesenkt. Das ist gut für kleine Betriebe ohne Gewinne oder mit Verlusten. Gleichzeitig wird aber das Berechnungsverfahren total unübersichtlich und auf mehrere Jahre ausgedehnt. Wer sich über kleine GKV-Beiträge freut und am Ende doch irgendwo bessere Umsatzzahlen auftauchen, der kann von seiner GKV mit existenzbedrohenden Nachzahlungen belegt werden. Die Bezeichnung „total unübersichtlich“ wurde bewusst gewählt.

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