Der wichtigste Leistungsunterschied zwischen GKV und PKV

Zu den Unterschieden in der Leistung zwischen der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) und der privaten Krankenversicherung (PKV) gibt es viele Veröffentlichungen. Zweiklassenmedizin, Wartezeiten auf einen Termin beim Arzt, freie Krankenhaus- oder Arztwahl und umfassende Leistungen für Zahnersatz sind die am häufigsten genannten Unterschiede oder Begriffe im Leistungsvergleich der beiden Systeme. Jeder hat hier seine persönlichen Präferenzen und setzt seine eigenen Maßstäbe.

Arzneimittel in GKV und PKV

Der wichtigste Unterschied liegt aber wahrscheinlich in der Übernahme von Kosten für Arzneimittel. Hiermit sind nicht Grippemittel oder Generika- bzw. Originalpräparate gemeint. Die Erstattung von einfachen Arzneimitteln ist eine gute Sache, aber nicht entscheidend. Generika, also dem Original nachgebaute Arzneimittel, können genauso gut wirken wie das ursprüngliche und patentierte Medikament.

Problematisch kann die Sache mit den erstattungsfähigen Medikamenten werden, wenn es um die Wurst geht, also bei ernsthaften Erkrankungen. Die GKV lässt niemanden sterben. Gibt es aber zum Beispiel bei einer Krebserkrankung und der entsprechenden Chemotherapie ein altes, gut erprobtes und vor allem günstiges Mittel, so wird dieses Medikament zur Chemotherapie bevorzugt herangezogen. Auch dann, wenn bereits ein vergleichbares Mittel mit geringeren Nebenwirkungen und höherer Leistung am Markt ist. Denn der neue und bessere Wirkstoff ist meist viel teurer als der alte, dessen Entwicklungskosten bereits finanziert sind. Die Begründung: Die gesetzliche Krankenkasse gibt Maximal-Budgets für Ärzte und Praxen heraus, unabhängig davon, wie die tatsächlichen Kosten im Betrachtungszeitraum sind. Werden diese Budgets überschritten, so haftet der das Medikament verordnende Arzt persönlich für diese Kostenüberschreitung.

Wohlmöglich überlebt der mit dem alten Chemo-Mittel behandelte Krebs-Patient so wie der mit dem neuen Medikament behandelte. Die einzelne Sitzung in der Chemotherapie dauert aber doppelt so lange und hat viel gravierendere Nebenwirkungen. Die PKV bezahlt ihrem Versicherten immer jede zugelassene und vom Arzt des Vertrauens verordnete Medikation.

Am Ende wird dann das neue Medikament durch die Erstattung der privaten Krankenversicherungen „hoffähig“ gemacht und zum allgemeinen Standard in der Medizin, auch für Kassenpatienten. Darauf will und kann der Erkrankte aber nicht warten. Hinzu kommt, dass fast jedes Medikament laufend weiterentwickelt wird. Was heute neu ist, kann morgen schon veraltet sein. Wer ernsthaft erkrankt ist, will nur das Beste und hat kein Interesse an sozialpolitischen Diskussionen. Wir beraten Sie zu 100 % kostenlos.

 

 

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