Ein Argument gegen eine Mitgliedschaft in einer privaten Krankenversicherung ist immer wieder das Fehlen der sozialen Komponente der PKV. In der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) sind alle in einer Solidargemeinschaft versichert, der PKV-Versicherte hingegen entzieht sich dieser Verantwortung zu Gunsten seiner persönlichen Vorteile. Man möchte seinen Solidarbeitrag leisten, auch wenn die Beiträge höher sind. So heißt es mitunter.

Zunächst kann eine Gruppe von 10 % der Bevölkerung ebenfalls eine Solidargemeinschaft darstellen. Soziales Verhalten fängt nicht erst bei einer Beteiligung von 100 % aller Menschen eines Landes an. Die PKV benötigt zur Kalkulation der einzelnen Risiken eine Versichertengemeinschaft. Soweit die weichen Argumente für das gute Gewissen der privat versicherten Deutschen.

 

Welchen Beitrag leistet die PKV zur Solidargemeinschaft?

Generationengerechtigkeit

Junge Leute verursachen weniger Kosten im Gesundheitswesen als ältere Menschen. So zahlen Rentner mit vormals kleinen Einkommen durchschnittlich 2.190 Euro pro Jahr in die GKV, verursachen aber Kosten in Höhe von 5.446 Euro. Wer bezahlt das Defizit in Höhe von 3.256 Euro? Die jungen GKV-Mitglieder zahlen die Rechnung. Bei der demographischen Entwicklung in Deutschland kommt hier noch ein Beitragsproblem auf die GKV-Versicherten zu.

In der privaten Krankenversicherung gibt es dieses Problem schlicht und ergreifend nicht. Um die Kosten der Älteren zu finanzieren, werden rechtzeitig Altersrückstellungen gebildet. Diese betragen zur Zeit insgesamt 250 Milliarden Euro. Der PKV-Beitrag wird durch die Alterung der Versicherten nicht teurer. Wären die 1,9 Millionen privat versicherten Ruheständler in der GKV versichert, so müssten die jungen GKV-Kunden 6 Milliarden Unterdeckung pro Jahr für die Alten durch Beiträge finanzieren. Die Alterungsrückstellungen der GKV betragen exakt Null Euro.

Der PKV-Verband schreibt:

Nach den Kriterien der Generationenbilanzierung beläuft sich die implizite Verschuldung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) heute bereits auf rund 2,22 Billionen Euro, die nachfolgende Generationen als Folge der Umlagefinanzierung tragen müssen. Gäbe es die private Krankenvollversicherung für 8,8 Millionen Menschen nicht, dann wären heute nicht 89 %, sondern 100 % der Bevölkerung gesetzlich versichert, sodass die implizite Verschuldung der dann vollständig umlagefinanzierten Krankenversicherung bereits bei rund 2,49 Billionen Euro läge. Ohne die PKV müssten zukünftige Beitragszahler in der GKV also zusätzliche Lasten in Höhe von ca. 274 Milliarden Euro tragen.

Ähnlich stellt sich die Situation in der gesetzlichen Pflegeversicherung dar. Die implizite Verschuldung der umlagefinanzierten sozialen Pflegeversicherung (SPV) beträgt rund 1,13 Billionen Euro. Ohne die private Pflegepflichtversicherung (PPV) mit ihren rund 9,5 Millionen Versicherten wären aber nicht 88 %, sondern 100 % der Bevölkerung in der SPV versichert. Dann läge die implizite Verschuldung schon bei rund 1,29 Billionen Euro – das entspricht einer zusätzlichen Last für künftige Beitragszahler in Höhe von ca. 160 Milliarden Euro“.

 

Volkswirtschaftlicher Nutzen der PKV

Zu den 250 Milliarden Euro Altersrückstellungen der PKV kommen jährlich zwischen 8 und 15 Milliarden Euro, je nach Verzinsung hinzu. Das sind etwa 5 % Anteil an der gesamtwirtschaftlichen Nettoersparnis. Ohne die PKV wäre die wichtige Sparquote in Deutschland erheblich geringer. Zum volkswirtschaftlichen Nutzen der PKV lesen Sie bitte hier.

 

Medizinische Versorgung

Völlig unumstritten ist die Querfinanzierung in der medizinischen Versorgung von der PKV zu Gunsten der GKV-Versicherten. So haben zum Beispiel Arztpraxen mit sehr geringem Anteil an Privatpatienten ältere medizinische Geräte, wie etwa Ultraschallgeräte. Ohne einen Mix aus Privat- und GKV-Patienten müsste manche Arztpraxis, gerade in ländlichen Gebieten, schließen.

 

Fazit:

Wer die GKV verlässt und Privatpatient wird, muss absolut kein schlechtes „soziales“ Gewissen haben. Dennoch ist die PKV nicht für jeden die richtige Wahl. Die hc consulting AG berät Sie vollumfänglich.

 

Wert und Gegenwert der Alterungsrueckstellungen

Gesamtgesellschaftlicher Wohlstand

Zukuenftige Generationen

Zukünftige Beitragszahler