Bei Beitragsschulden ist die PKV besser als die GKV

 

 

 

 

 

Es ist für Selbstständige und freiwillig Versicherte Arbeitnehmer nie völlig auszuschließen, dass man seine Krankenversicherungsbeiträge vorübergehend oder gar langfristig nicht bezahlen kann. Da es sich bei der gesetzlichen Krankenkasse GKV und der privaten Krankenversicherung PKV um staatlich verordnete Pflichtversicherungen handelt, kommt man aus der Zahlungsverpflichtung GKV oder PKV nie ganz raus. Der PKV und GKV-Versicherungsschutz ist jeweils unkündbar. Was passiert also in den beiden KV-Systemen, wenn die Beiträge nicht mehr gezahlt werden können?

GKV

Mehr als 5 % der freiwilligen GKV-Mitglieder können Ihre Krankenversicherungsbeiträge nicht mehr bezahlen. Bei ehemals nicht krankenversicherten GKV-Versicherten liegt die Quote der Nichtzahler bei gut 30 %. Der Rückstand aller Beitragsschuldner der GKV beträgt zusammen 7,82 Milliarden EURO. Gem. Sozialgesetzbuch V § 16 haben säumige GKV-Kunden nur einen Anspruch auf Leistungen bei Erkrankungen und Schmerzen sowie in der Schwangerschaft und Mutterschaft. Weil Ärzte das Ruhen der GKV-Versicherungsleistungen nicht erkennen können, werden Beitragsschuldner oft ganz normal behandelt. Aus diesem Umstand können sich aber unter Umständen Regressforderungen der gesetzlichen Krankenkasse sowie strafrechtliche Folgen ergeben. Auf der Beitragsseite laufen die normalen GKV-Beiträge immer weiter auf, einen Rabatt oder Nachlass gibt es nicht. Die Schulden bei der GKV wachsen. In Relation zur gleichen Situation in der PKV zahlt der säumige GKV-Kunde am Ende bis zu 700 EURO im Monat mehr. So erklärt sich auch der viel größere Schuldenberg der GKV-Versicherten bei Ihren Kassen (siehe auch unten).

PKV

Für die Versicherten der privaten Krankenversicherung sieht die Sache besser aus. Wird die Beitragszahlung eingestellt und die PKV hat zwei Mahnungen versandt, erfolgt nach drei Monaten ein automatischer Tarifwechsel in den sogenannten Notlagentarif NLT. Dieser Umtarifierung ist gesetzlich vorgeschrieben und ist nicht zu stoppen. Der Versicherte erhält eine neue Police mit den Versicherungsbedingungen des NLT. So geht es 1,3 Prozent der PKV-Kunden, die Schulden betragen insgesamt 387 Millionen EURO. Die Quote der Nichtzahler und die Beitragsschulden sind in der PKV erheblich geringer als in der GKV. Das liegt am Beitrag des NLT von nur ca. 100 EURO pro Monat. Im Gegensatz zur GKV wird der PKV-Versicherte mit finanziellen Problemen geschont und kann so seine Schulden leichter in den Griff bekommen. Werden die 100 EURO für den NLT-Tarif auch nicht bezahlt, besteht dennoch weiter der eingeschränkte Versicherungsschutz wie in einer GKV. Sind alle Beitragsrückstände der PKV beglichen, erfolgt eine ebenfalls automatische Umstellung zurück in den alten Tarif zu nächsten Monatsersten.

Hartz IV und PKV-Beiträge

Privatversicherte Bezieher von Hartz IV-Leistungen können Ihren Tarif in den Basistarif umstellen. Stellt der Staat die „Bedürftigkeit“ fest, räumt die PKV einen Nachlass von 50 % ein. Die anderen 50 % zahlt der Staat mit den Hartz IV-Leistungen. Der privat Versicherte Hartz IV-Empfänger ist also kostenlos krankenversichert.

Notlagentarif der PKV

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